So vermeidest Du die Duplicate Content Falle

Seit Anfang 2011 – als Google sein Panda-Update auf das Internet losgelassen hat – sollte Duplicate Content eigentlich jedem Webmaster ein Begriff sein. Schließlich kann kopierter, doppelter, also nicht einzigartiger Inhalt direkten negativen Einfluss auf die eigenen Rankings haben. Wie Duplicate Content und seine Probleme vermieden werden können, soll im Folgenden kompakt erklärt werden.

Was ist Duplicate Content?

Duplicate Content ist ziemlich einfach zu definieren: Es handelt sich um Inhalte, der ein zu eins an mehreren Stellen im Netz auftaucht. Dabei wird unterschieden zwischen internem und externem Duplicate Content. Beginnen wir mit dem externen Duplicate Content. In der Regel entsteht Duplicate Content in diesen Fällen:

  • Übernahme von Inhalten anderer Webseiten – das können Produkttexte von Herstellern sein, aber auch Artikel von anderen Seiten. In diesem Fall spricht man von Article Scraping: das Sammeln und Veröffentlichen fremder Inhalte aus dem Netz
  • Massenhaftes Verteilen eigener Artikel auf anderen Webseiten – das ist auch dann der Fall, wenn Du zum Beispiel einen Beitrag aus Deinem Blog als Pressemitteilung über offene Presseportale versendet. Überall steht dann der selbe Artikel online…

duplicate-contentArticle Scraping ist dabei etwas, auf das Du nur begrenzten Einfluss hast. Es gibt im Netz einige Seiten, die Inhalte von anderen Webseiten automatisch stehlen und bei sich selber einbauen. Ziel ist es, die eigene Seite kurzfristig bei Google erfolgreich zu machen, um über Werbe-Einblendungen Geld zu verdienen, bis der virtuelle Diebstahl auffällt. Normalerweise sollte Deine Seite stark genug sein, um als Ursprung wahrgenommen zu werden und als erstes mit dem Artikel bei Google aufzutauchen. Ist das nicht der Fall, kannst Du die Scraperseite bei Google melden, damit Google Deinen Artikel als das Original erkennt. Außerdem verstoßen Plagiate natürlich gegen geltendes Recht und können abgemahnt werden.

Vorsicht bei Presseportalen: Onpage-Inhalte sollten Vorrang haben

Selber Einfluss hast Du auf Duplicate Content, wenn Du zum Beispiel einen Deiner Artikel noch auf einer weiteren Seite veröffentlichst, zum Beispiel, um einen neuen Leserkreis zu erschließen, ohne einen neuen Artikel für diese Seite schreiben zu müssen. Gerade wegen der Duplicate Content-Problematik ist das jedoch keine gute Idee. Wenn Du Inhalte auf anderen Seiten veröffentlichen und Dich damit einer breiteren Leserschaft präsentieren willst, solltest Du gezielt einzigartige Gastbeiträge schreiben und sie den befreundeten Webmastern anbieten.

Interner Duplicate Content: Dopplungen auf der eigenen Seite

Bei internem Duplicate Content hast Du es selber in der Hand, Fehler und damit einhergehende Ranking-Verluste bei zu vermeiden. Du verwirrst außerdem die Besucher Deiner Webseite, wenn sie an verschiedenen Stellen die genau selben Inhalte finden. Viele Webmaster tappen regelmäßig in die Duplicate Content-Falle.

Der doppelte Inhalt entsteht oft automatisch, wenn der Webmaster auf seinem Blog zum Beispiel das More-Tag auslässt. Dann ist auf den Artikel-Archivseiten der ganze Artikel zu finden – aber eben auch unter der eigentlichen Artikel-URL. Wer soll da noch durchblicken? So kann es passieren, dass Google bei der Ausgabe in den Suchergebnissen sich nicht mehr zwischen Archivseite und dem Artikel entscheiden kann – ein und der selbe Inhalt kannibalisiert sich, weil er an mehr als einer Stelle vom Nutzer gelesen werden kann. Oder Google leitet Nutzer auf die Archiv-Seite – die dort sogleich die Übersicht verlieren. Das gleiche Problem kann auch bei Filter-, Suchergebnis- oder Kategorieseiten auftreten. Im Idealfall sollte also ein bestimmtes Stück Content immer nur unter einer URL abrufbar sein, damit Google richtig indexieren kann.

Weitere häufige Fehler:

  • Webseite ist unter http://meine-seite.de und http://www.meine-seite.de erreichbar
  • Webseite ist unter http://www.Meine-Seite.de und http://www.meine-seite.de erreichbar

Auf den ersten Blick sind hier keine Unterschiede zu erkennen, aber für Google ist in jedem Beispiel der gleiche Content auf zwei verschiedenen URLs erreichbar. Hier muss der Webmaster eine Regel einbauen und entsprechend auf eine Haupt-URL weiterleiten, damit die URL einheitlich indexiert werden kann.

Duplicate Content Falle in Online-Shops

Besonders anfällig für Duplicate Content sind Onlineshops. Während die gerade genannten internen Duplicate Content-Fallen auch für redaktionelle Seiten gelten, haben Shops noch einmal ihre eigenen Probleme. Das liegt natürlich vor allem an der Beschaffenheit eines Shops. Ein Produkt kann bspw. unter mehreren Kategorien eingeordnet sein oder es gibt Tracking-URLs, die Google ebenfalls indexiert. Folgende Besonderheiten können bei einem Online-Shop für Duplicate Content sorgen:

  • Kategorieseite: Ein Produkt wird oft in mehrere Kategorien eingestellt und sorgt so für Duplicate Content, zum Beispiel durch doppelte Produkt-Texte.
  • Filterseite: Wenn der Nutzer nach Farbe, Preis oder ähnlichem filtert, wird eine neue URL geschaffen, unter der die Produkte zu finden sind.
  • Sortierte Kategorie: Zum Beispiel absteigend nach Preis sortiert
  • Affiliate Tracking: Bei Affiliate-Programmen wird der Produkt-URL noch ein Tracking-Parameter angehangen, der für weitere URLs des Produktes sorgt.
  • Source Tracking: Um die Quellen festzustellen, werden URLs oftmals mit Parametern für soziale Netzwerke oder bspw. den Newsletter versehen.
  • SessionID Seiten: Viele Shops möchten das Nutzerverhalten tracken und vergeben SessionIDs; dies führt wegen der neuen URL-Struktur bei Suchmaschinen ebenfalls zu doppelt erkannten Inhalten.
  • Einkaufswagen: Öffentlich gespeicherte Einkaufswagen sind nicht zwangsläufig Duplicate Content, aber von Google „unerwünschter“ Inhalt.
  • Interne Suche: Ergebnisseiten der internen Shop-Suche werden oft bei Google indexiert und sorgen für Duplicate Content.

Diese Übersicht dürfte die wichtigsten technischen Faktoren zusammenfassen, es gibt aber gerade bei Shops auf Content-Seiten noch eine riesige, die im Prinzip größte Duplicate Content Falle: Hersteller-Beschreibungen. Viele Online-Shops übernehmen die Beschreibungen der Produkte einfach, was gedruckt kein Problem ist, online aber dazu führt, dass alle Shops die gleichen Texte auf der Seite eingestellt haben. Ein Shop, der nur Beschreibungen von Herstellern führt und sonst keine einzigartigen Inhalte hat, hat schlechte Karten im Wettbewerb. Eigene Produktbeschreibungen sind hier das beste Rezept, allerdings hilft das nicht auf der oben besprochenen technischen Ebene.

Was kann ich gegen Duplicate Content machen?

Duplicate Content Abgleich bei einer Domain

Duplicate Content Abgleich bei einer Domain

Zunächst einmal ist herauszufinden, ob und wie viel doppelte Inhalte auf Deiner Webseite bestehen. Das ist natürlich oft händisch nicht mehr möglich, stattdessen solltest Du hier auf ein automatisches Tool zurückgreifen. In OnpageDoc ist diese Funktion schon integriert und es kann sowohl intern als auch extern gecheckt werden, ob Duplicate Content vorhanden ist.

Eines der wichtigsten Werkzeuge gegen Duplicate Content ist das Canonical Tag. Mit diesem Tag kann Google darauf hingewiesen werden, dass der Inhalt auf einer URL das Duplikat einer anderen URL ist. So weiß Google, welche Seiten die „Duplikate“ sind und kann das Original zielsicher in den Suchergebnissen einblenden. Die Methode mit Canonical Tag empfiehlt Google, um auf Duplicate Content hinzuweisen, ist für große Shops und Portale aber oft nur schwer umzusetzen. Zum Glück gibt es noch eine andere Lösung; über die robots.txt-Datei kannst Du bestimmte Parameter und Bereiche Deiner Seitenstruktur automatisch auf Noindex, also auf „bei Google nicht indexieren“ stellen. Bei inflow findest Du eine gute Übersicht, wie sich das Ganze technisch bewerkstelligen lässt, außerdem warten hier weitere Tipps für Shop-Betreiber, um Duplicate Content zu vermeiden.

Fazit

Überprüfe besser selber einmal mit einem Tool wie OnpageDoc, wie viel Duplicate Content Du intern ungewollt generierst. Mit der weltweiten Duplicate Content Überwachung kannst Du außerdem prüfen, ob Deine Inhalte unerlaubter Weise auf anderen Seiten genutzt werden. Mehr Informationen, wie OnpageDoc doppelten Inhalten auf die Schliche kommt, findest Du auf der Funktionsübersicht.

Kommentare

10 SEO Basics für Webmaster, Blogger und Seitenbetreiber

[…] zum anderen wahllos Unterseiten der beiden Varianten in den Index stellt. Ein klassischer Fall von Duplicate Content. Leite hart auf eine der beiden Varianten um. Infos dazu folgen bei Punkt […]


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