Card Sorting

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Card Sorting wird im Bereich des Marketing und Webdesigns genutzt, um eine nutzerorientierte Struktur und das optimale Design für einen Internetauftritt zu ermitteln. Es zeigt, wie Menschen Inhalte verarbeiten und in Kategorien einordnen. Dies erleichtert es, Informationen so zu gruppieren, dass sie für den Nutzer in einem sinnvollen Kontext stehen und schnell aufzufinden sind. In Bezug auf die Struktur einer Webseite bedeutet dies einen nutzerrelevanten Aufbau und damit eine optimierte Navigation.

Schnell, kostengünstig und verlässlich

Ein Card Sorting ist ohne großen zeitlichen oder finanziellen Aufwand umzusetzen und liefert verlässliche Resultate. Es generiert zudem eine übergeordnete Struktur für Informationen, die auf einer Webseite erscheinen sollen, sowie Vorschläge zur Navigation, Menüpunkten und möglichen Taxonomien. Dies ist im Prozess des Informationsdesigns ein wichtiges Hilfsmittel, welches das Hauptaugenmerk auf den Anwender lenkt. Der Anspruch ist es nicht, eine ultimative Ordnung zu ermitteln, sondern Trends zu identifizieren und Klarheit über die Ansprüche von Nutzern zu gewinnen. Bevorzugen Nutzer die Ordnung von Informationen nach Thema, Vorgang, Geschäftsbereich oder Informationsart? Inwieweit ähneln oder unterscheiden sich die Bedürfnisse und Ansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen? Wie viele Kategorien sind notwendig? Welche Label finden Anklang? Card Sorting hilft bei der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen und bereitet einen Produktentwurf optimal vor.

Eindeutig, logisch und nutzerorientiert

Card Sorting ist eine nutzerzentrierte Designmethode zur Optimierung der „Auffindbarkeit“ von Inhalten, das heißt, der Navigation eines Systems. Hierfür werden Karten, die jeweils mit einem Stichwort oder einer Funktion beschriftet sind, von Versuchsteilnehmern in eine für sie sinnhaltige Ordnung oder Reihenfolge gebracht. Dies öffnet Einblicke in Denkweisen und Vorstellungen von Kategorien und logischen Strukturen, wie sie real in den Köpfen von Nutzern existieren – und nicht theoretisch in Textbüchern und Modellen der Branche. Es gibt Aufschluss über die Erwartungen von Nutzern, wie Informationen gruppiert und benannt sein sollten, und ist eine wertvolle, verlässliche und kostengünstige Hilfestellung zur Produktoptimierung.

Offen oder geleitet – welche Methode bietet sich an?

Je nach Bedarf besteht die Wahl zwischen einer freien, offenen oder einer geschlossenen, geleiteten Methode. Sie unterscheiden sich folgendermaßen:

  • Freies „Open“ Card Sorting: Teilnehmer erhalten Karten mit Begriffen, die sie ohne Fremdvorgaben so zu ordnen haben, wie es ihnen sinnvoll erscheint. Sowohl Gruppen beziehungsweise Kategorien als auch Anordnung bestimmen die Teilnehmer vollkommen frei. Im Anschluss benennen sie ihre Gruppierungen mit einem ihrer Ansicht nach treffenden Namen. Diese Methode empfiehlt sich zur Strukturierung von Informationen auf geplanten oder auch bereits bestehenden Seiten und Produkten.
  • Geleitetes „Closed“ Card Sorting: Teilnehmer erhalten Karten mit Begriffen, die sie bereits vorgegebenen Kategorien zuzuordnen haben. Diese Methode ist nützlich, wenn einer bestehenden Struktur neue Inhalte hinzugefügt werden sollen oder wenn nach einem freien Durchgang zusätzliches Input nötig ist.

Eine Kombination beider Methoden ist auch möglich. An erster Stelle steht in diesem Fall ein freier Versuch, um sinnvolle, nutzerrelevante Kategorien für Inhalte zu ermitteln. Darauf folgt in einem zweiten Schritt ein geleiteter Durchgang. In diesem werden die bestimmten Kategorien dem Praxistext unterzogen, inwieweit sie sich als Überbegriffe eignen.