Eye Tracking

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„Eye-Tracking“ ist die Aufzeichnung zur Blickerfassung einer Person. Diese Blickbewegungen setzen sich hauptsächlich aus drei unterschiedlichen Augenbewegungen zusammen:

  • Fixationen (Punkte, auf denen verharrt wird, weil man sie genau betrachtet),
  • Sakkaden (schnelle Augenbewegungen) und
  • Regressionen (der Leserichtung entgegen gesetzte Sakkaden).

"Eye-Tracking" ist eine wissenschaftliche Methode, die in zahlreichen Forschungsgebieten angewandt wird, so z.B. im Bereich der Neuroforschungen, der Wahrnehmungs-, Kognitions- und Werbepsychologie, bei Fragen, die kognitive und klinischen Linguistik betreffend als auch in der Leseforschung und im Produktdesign. Im Folgenden wird explizit auf die Eye-Tracking-Methode auf dem Gebiet der Werbepsychologie insbesondere der Webseitengestaltung eingegangen.

Findet sich der Besucher auf einer Webseite einfach und intuitiv zurecht, gelangt er schnell und zielsicher zur gewünschten Information die er benötigt, dann spricht man einer guten Web- Usability. Es gibt viele verschiedene Methoden und Wege um die Benutzerfreundlichkeit eines Webauftrittes zu überprüfen. Die Eye-Tracking-Methode - zu Deutsch: Blickverlaufsmessung - ist eine davon.

Funktionsweise

Infrarottechnik, die sich am oder im Monitor befindet, erfasst während einer Eye-Tracking-Sitzung nicht nur die Augenbewegungen und Blickverläufe sondern auch die Klicks und Mausbewegungen. Dadurch können Rückschlüsse auf das Suchverhalten, die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung der Testperson und damit der potentiellen Nutzerschaft gezogen werden. Komplettiert durch Befragung und Beobachtung geben diese Rückschlüsse wertvolle Hinweise auf inhaltlichen und /oder gestalterischen Optimierungsbedarf der Seite.

Anwendung

Eye-Tracking kann verschiedene Detailfragen bezüglich der Usability klären. So kann eindeutig festgestellt werden, welche Elemente zu den „Eyecatchern“ (zu Deutsch „Blickfängern“) gehören, ob wichtige Elemente wie Buttons und Navigationen die nötige Aufmerksamkeit bekommen, fällt die Orientierung auf der Seite leicht und funktioniert das Guiding (zu Deutsch: Führung) – also werden die Nutzer zu den gewünschten Kommunikationszielen geführt. „Eye-Tracking“ kann auch unterscheiden, ob die Nutzerschaft Grafiken und Texte einfach nur wahrnimmt, aufmerksam betrachtet oder wirklich liest. Eye-Tracking erfolgt häufig in Usability-Laboren. Doch mittlerweile bieten zahlreiche Dienstleister „Remote-Usability-Tests“ bzw. "Crowd-Usability-Tests" an, bei denen ein Testen von zu Hause aus möglich ist. Für diese Tests ist kein Labor notwendig, darum können hier Kosten eingespart werden.

„Eye-Tracking“ von der Entwicklung bis zum Launch

Schon in der Konzeptionsphase sollten Tests mittels „Eye-Tracking“ dabei helfen aus verschiedenen Designentwürfen die ideale Version herauszuarbeiten. Auch bei der anschließenden Programmierung gibt eine Analyse des Blickverlaufs aufschlussreiche Informationen darüber, ob das Kommunikationsziel erreicht wird. So kann beispielsweise durch eine Blickverlaufsmessung auf einer Landingpage festgestellt werden, ob die Kampagne grafisch richtig ausgespielt wird und das Guiding funktioniert, beziehungsweise wo Optimierungsbedarf besteht. Auch nach dem Launch, im laufenden betrieb der Webseite, bietet das „Eye-Tracking“ vielfältige Möglichkeiten die bestehende Seite zu optimieren. So kann beispielsweise das Design nach dem Vergleich des gewünschten mit dem tatsächlichen Blickverlauf noch angepasst werden oder auch Elemente ausgetauscht werden durch den Vergleich des Blickverlaufs von rentablen Seiten mit der eigenen (Usability-Test).

Weiterführende Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Eye-Tracking http://www.esb-business-school.de/fileadmin/_research/dokumente/Diskussionsbeitraege/2012_-_5_Reutlinger_Diskussionsbeitrag_.pdf