File Transfer Protocol

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Das FTP (File Transfer Protocol) ist ein standardisiertes Netzwerkprotokoll und realisiert einen Dienst zur Übertragung von Dateien zwischen verschiedenen TCP-basierten Computersystemen in einem Netzwerk, ggf. mit unterschiedlichen Dateisystemen. Dabei bedient sich FTP einer Architektur, die zwischen Client und Server unterscheidet. Zwischen einem Server und einem dorthin verbundenen Client werden standardmäßig zwei Verbindungen aufgebaut:

  • Eine Kontrollverbindung und eine Datenverbindung.
  • Eine Verbindung zweier Clients untereinander ist nicht möglich.
  • Die Verbindung zweier Server untereinander ist zwar möglich, muss aber Client-seitig gesteuert werden.

Während die Datenverbindung nach Ende einer Dateiübertragung wieder geschlossen wird, bleibt die client-seitig geöffnete Kontrollverbindung bis zur Beendigung durch den Client offen.

Aktives FTP

Beim "aktiven FTP" findet der Verbindungsaufbau zwischen Server und Client in beiden Richtungen statt. Nachdem der Client zunächst die Verbindung initial aufbaut, "lauscht" er anschließend auf einem zweiten Port auf die Reaktion des Servers, der die Datenverbindung zum Client hin öffnet. Für Server werden hierzu in der Regel die Ports 21 (Steuerverbindung) und 20 (Datenverbindung) genutzt, während Clients mit Ports im Nummernbereich von 1024 und höher agieren.

Passives FTP

Der herkömmliche Verbindungsaufbau mittels aktivem FTP kann zu Problemen führen, wenn sich der Client hinter einer Firewall oder NAT befindet. Da sich die Portnummern von Client und Server unterscheiden führt dies für gewöhnlich dazu, dass der Verbindungsversuch des Servers abgewiesen wird. Um dieses Szenario zu umgehen wird auf das sogenannte "passive FTP" zurückgegriffen. Hier erfolgt der Verbindungsaufbau beider FTP-Verbindungen einseitig durch den Client. Nach dem Senden des PASV-Befehls initiiert der Client selber die Datenverbindung und umgeht somit den Verbindungsaufbau durch ein außen stehendes System.

Übertragungsarten

Neben den beiden Betriebsarten (aktiv und passiv) kennt FTP 2 grundlegende Übertragungsarten von Dateien. Der ASCII-Modus eignet sich ausschließlich für reine Textdateien. Sofern notwendig erfolgt eine Umkonvertierung in die Zeichenkodierung des Zielsystems. Im Binär-Modus ("binary") wird eine Datei Byte für Byte einzeln übertragen, bis zum Ende des Binärstreams.

Anonymes Anmelden

In der Regel erfordert die Anmeldung an einem FTP-Server eine Eingabe von Nutzernamen und Passwort (eine vorherige Registrierung, bspw. über eine entsprechende Webseite, wird also vorausgesetzt). Der Serverbetreiber hat aber auch die Möglichkeit diese Vorgabe auszuschalten und den Clients ein anonymes Anmelden zu gestatten. Dabei meldet sich der Client in der Regel mit dem Nutzernamen "Anonymus" an. Dieses Verfahren wird von den meisten öffentlichen FTP-Servern genutzt, bspw. von Software-Herstellern, um ihren Kunden einen einfachen Zugang zu Updates zu gewähren.

FTP im Browser

Die meisten der heute gängigen Browser beherrschen rudimentäre FTP-Befehle. So ist in der Regel ein Navigieren in der Verzeichnisstruktur des FTP-Servers ebenso möglich, wie ein Herunterladen von Dateien.