Kontextuelle Interviews

Aus Online Marketing Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche


Auf den Punkt gebracht ist ein "Kontextuelles Interview" die empirische Verfahrensweise, die im Marketing-Bereich genutzt wird, um bei der zu erreichenden Zielgruppe nachzufragen, was denn eigentlich vom Produkt erwartet wird. Damit ist diese Form der Daten-Evaluation ein wichtiges Mittel, um bei der Produktkonzeption die Zielgruppe stets im Auge zu behalten. Wie aber geht das in der Praxis vor sich?

Kontextuelle Interviews als qualitative, empirische Forschungsmethode

Kontextuelle Interviews erweitern die klassische Beobachtung um detaillierte Nachfragen. Beobachtet wird der Nutzer, der später im günstigsten Fall das Produkt abnehmen soll, im Echtzeit-Test. So sitzt er nicht im abgeschlossenen Raum, sondern nutzt das zu testende Produkt in seinem alltäglichen Leben. Getestet wird vom Nutzer so die Usability in der Realität. Der Nutzerkontext wird in die Betrachtung mit einbezogen - so erfahren die Tester praxisnahe Details über die Nutzung zu speziellen Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Die Tester ihrerseits beobachten durch Video-Übertragung den Usability-Test und haben im Anschluss daran die Möglichkeit, Fragen an den Test-Nutzer zu stellen. Ziel muss es sein, etwaige Schwachstellen noch vor einer flächendeckenden Produktion und Implementierung auszumerzen. Eingesetzt werden kontextuelle Interviews auch, bevor ein Produkt-Relaunch begonnen wird. Ziel ist hier, etwaige Schwachstellen der 1.0-Version im Praxistest festzustellen, um genau an dieser Stelle Verbesserungen für die 2.0-Version zu initiieren.

Zu erfahren gibt's beim kontextuellen Interview dabei vieles: Kann das zu testende Produkt unter Zeitdruck genauso simpel verwendet werden oder braucht es Zeit, um es richtig zu benutzen? An welcher Stelle endet der Nutzen des Produkts und in welche Richtung kann hier noch weiter entwickelt werden, um den Funktionsradius und damit vielleicht sogar den Kundenradius zu erweitern? Welchen Einfluss haben Faktoren wie Temperatur, Licht, etc.?

Das erklärte Ziel lautet: potenzielle Kunden besser kennenlernen

Kontextuelle Interviews empfehlen sich immer dann, wenn eine Zielgruppe genauer betrachtet werden soll. Je genauer die Ansprüche und Wünsche der potenziellen Kunden erkannt und definiert werden können, desto enger kann das Produkt in Funktionalität aber auch Design an die Kundenwünsche angepasst werden. Und das kann letztendlich die Kaufentscheidung positiv beeinflussen. Im Konzeptionsprozess eines Produkts eignen sich die erhobenen Daten, um die Zielgruppe als Person zu skizzieren. Je nach Größe der Nutzergruppe, die das Produkt dem Praxistest unterzogen hat, werden die Ergebnisse von Beobachtung und Interview in die im Vorfeld festgelegten Kategorien eingruppiert. Das erleichtert die Auswertung des kontextuellen Interviews.

Projektteams zeichnen die Eigenschaften, Anforderungen und Wünsche der definierten Zielgruppe dann an Flipcharts oder Whiteboards. So bleibt der potenzielle, spätere Kunde auch beim Teammeeting im Blick - und die Projektgruppe steuert auf ein gemeinsames Ziel zu: Der Zielgruppe ein starkes Produkt und bestmöglichsten Service zu bieten.