Partizipatives Design

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Mit partizipativem Design zu zufriedeneren Nutzern

"Mitsprechen erwünscht" - so könnte die Headline eines Kick-off-Meetings sein, welches das Ziel hat, Nutzern die Teilnahme (die "Partizipation") an Struktur- oder Produktentwicklungen in einem sehr frühen Stadium zu ermöglichen. Eingesetzt wird der Ansatz des "partizipativen Designs" sowohl bei der Neukonzeption als auch beim Relaunch. Im Fokus stehen dabei immer die Praxisnähe und die Usability für den künftigen Kunden.

In der Praxis kann das bedeuten, dass sich die Befragung des Nutzers und die Anpassung des Produkts so lange wiederholen, bis das Produkt den Anforderungen am meisten entspricht. Das A und O ist dabei ein Prototyp des Produkts, welcher sich nach jeder Evaluation weiterentwickelt und damit näher an die Anforderungen des Kunden heranrückt. Darüber hinaus ist eine genaue Dokumentation nach Kategorien in jedem Fall sinnvoll und nötig, um Schwankungen in einzelnen Kategorien des Usability-Katalogs festzuhalten und am Ende des Evaluationsprozesses nachvollziehen zu können.

Platz für persönlichen Kontext

Warum ist so ein recht langwieriger Evaluationsprozess und ein partizipatives Design überhaupt nötig? Da die Lebensbedingungen eines jeden Menschen sich unterscheiden, dazu noch das individuell Erlernte, der aktuelle Werdegang und viele weitere Details das Handeln eines Menschen beeinflussen und damit auch Einfluss auf die Benutzung von Produkten haben, ist es sinnvoll, möglichst viele Details zu erfassen und die Wirkung des individuellen Lebenskontextes zu evaluieren. Da der Weg vom Produktmanager oder -designer hin zum späteren Nutzer doch zumeist recht weit ist, ist ein partizipatives Design die Chance, ein Produkt zu kreieren, was den Kundenwünschen möglichst nahe kommt.

Methoden gibt es dabei zuhauf. So kann eine "teilnehmende Beobachtung" dem Designer helfen, die Zielgruppe zu verstehen. Als Akteur in einem ihm fremdem Kontext wird er zahlreiche Praxisdetails in der Benutzung "seines" Produkts erkennen können. Auch Grenzen und Probleme werden so deutlich. Diese Methode sowie die Organisation eines Visions-Meetings (oder Zukunftswerkstatt oder Workshop) hilft bereits im Vorfeld Anforderungen an das spätere Produkt möglichst praxisnah festzulegen.

Eine kontinuierliche Evaluation hat die größten Chancen auf Akzeptanz

Der Erfolg eines Produkts hängt maßgeblich von der Akzeptanz durch die Kunden ab. So empfiehlt es sich, im laufenden Prozess kontinuierlich zu evaluieren. Fragebögen eignen sich an dieser Stelle für die quantitativen Ansätze, Interviews helfen in die Tiefe zu gehen und qualitativ zu evaluieren. Wie bereits erwähnt ist es darüber hinaus sinnvoll, in regelmäßigen Abständen Prototypen zu verwirklichen, bei denen die gewonnenen Ergebnisse umgesetzt wurden und die als echtes Anschauungsmaterial für Meetings und Workshops dienen sollen.

In der Praxis können die Test-Teams nach Abschluss einer Phase durchaus variieren. So bietet es sich an, nach einer groß angelegten Evaluation per Fragebogen, die Ergebnisse einzuarbeiten, dieselbe Gruppe noch einmal testen zu lassen, dann explizit und idealerweise im Interview nachzuhören. Um nicht die Komplexität des Produkts aus den Augen zu verlieren, wird dann in der Regel die Test-Gruppe gewechselt, um auch langfristig eine breite Zielgruppe bedienen zu können.