Usability

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Das Wort "Usability" setzt sich aus den englischen Worten "use" (zu Deutsch: benutzen) und "ability" (zu Deutsch: Fähigkeit) zusammen. Sie beschreibt die "Gebrauchstauglichkeit" oder auch "Effizienz bzw. Effektivität" eines Produktes, kann aber auch die "Bedienfreundlichkeit" einer Software beinhalten. Die sogenannte "Web-Usability" beschreibt die Nutzerfreundlichkeit von Webseiten.

Web-Usability

Nach maximal acht Sekunden entscheiden 50 Prozent aller Besucher einer Webseite, ob sie die Seite verlassen oder sich hier weiterinformieren. Baut sich die Seite schnell auf und findet der User in dieser Zeit was er sucht, dann verfügt die Seite über eine gute "Web-Usability". Sie beruht auf einer sinnvoll strukturierten Gestaltung, guter Lesbarkeit, einer durchdachten Informationsarchitektur sowie einer übersichtlichen Navigation.

Usability-Tests

Je einfacher und intuitiver der User eine Webseite bedienen kann, umso besser ist die "Web-Usability". Es gibt viele verschiedene Methoden und Wege um die Nutzerfreundlichkeit eines Webauftrittes zu überprüfen und dank der gewonnen Erkenntnisse optimieren zu können. 15 in der Praxis eingesetzte Mittel* sind im Folgenden aufgelistet:

1. Aufgabenanalyse

Durch die Erfassung von Aufgabenbereiche einer Website werden sogenannte Use Cases erstellt.

2. Kontextanalyse

Innerhalb ihres natürlichen Anwendungskontextes – beispielsweise am Arbeitsplatz – werden Erkenntnisse mittels eines strukturierten Interviews gewonnen und die Aufgabenbewältigung studiert.

3. Fokusgruppen

Ein neutraler Moderator facht eine Gruppendiskussion innerhalb einer homogenen Zielgruppe an und animiert sie eigene Ideen und Optimierungswünsche zu äußern.

4. Nutzertagebüchern In festgelegten zeitlichen Intervallen äußern sich User zu einem Produkt/oder einer Anwendung in einem Nutzertagebuch.

5. Onsite-Befragung

Ein Layer fordert den Besucher einer Website zum Ausfüllen eines Online-Fragebogen auf.

6. Panelbefragung

Mittels eines Online-Access-Panel wird die gewünschte Zielgruppe anhand eines Online-Fragebogens befragt.

7. Personas

Idealtypische Nutzermodelle (Personas) werden als Schablone für potentielle Interessentengruppen angenommen und die Bedürfnisse abgeleitet sowie deren Erfüllung überprüft.

8. Synchrone und Asynchrone Usability-Tests

Unter aktiver Beteiligung oder passiver Beobachtung führt ein Testleiter synchrone Usability-Tests beispielsweise über Online-Meeting-Tools durch. Dabei löst die Testperson vorgegebene Aufgaben am Computer zu Hause oder am Arbeitsplatz. Beim Asynchronen Usability-Test übernimmt eine spezielle Software die Rolle des Testleiters. Die anfallenden Daten bei der Bewältigung der Testaufgaben wie Mausklicks und Navigationspfade, sowie die Antworten der Testperson werden gesammelt und anschließend ausgewertet.

9. Expertenbasierte Evaluation

Mittels Usability-Guidelines bewerten Experten die Nutzerfreundlichkeit einer Anwendung. Dies geschieht in zwei Teilschritten: Zuerst prüft jeder Usability-Experte die Anwendung allein und versucht anwendungsrelevante Aufgaben zu lösen. Identifizierte Probleme werden anschließend in ihrem Verstoß gegen die Guidelines, bewertet.

10. Card-Sorting

Nutzer werden dazu angeregt, Kärtchen mit Begriffen (Unterrubriken) übergeordneten Hauptkategorien zuzuordnen oder bei Nichtvorhanden neue zu definieren. So kann die bestehende Informationsarchitektur überprüft beziehungsweise erweitert werden.

11. Labortest

Usability-Experten beobachten zielgruppenspezifische Testpersonen bei der Aufgabenlösung und können aktiv Fragen stellen. Die Testpersonen werden aufgefordert in ihrem Tun und Denken mitzusprechen. So können anschließend mittels Video- und Audioaufzeichnungen, sowie Blickverlaufsmessung (Eye Tracking) signifikante Schwachstellen der Anwendungen gefunden werden.

12. Rapid Prototyping

In szenariogestützten Tests bedienen Testpersonen eine Anwendung und schildern dabei ihre Eindrücke. Nachdem der Prototyp nach dessen Einwänden optimiert wurde, erfolgt ein weiterer Test durch die gleiche Person.

13. Blickverlaufsmessung (Eye-Tracking)

Mittels Infrarot werden die Blickverläufe sowie Mausbewegungen bei der Bedienung einer Anwendung aufgezeichnet.

14. Web-Controlling / Logfile-Analyse

Von welchen Quellen Besucher kommen, welche Unterseiten sie wie lange besucht haben und wo und wann sie abgesprungen sind – all das kann man mit so genannten Web-Controllingtools herausfinden und so Schwachstellen der Webseite aufdecken.

15. Multivariater Tests (MVT)

Bei Multivariate Tests werden in parallel laufenden A/B-Tests mehrere Anwendungselemente gleichzeitig verändert; mit dem Ziel, die optimale Zusammenstellung der veränderten Elemente zu finden.

Quellen:

Weiterführende Links: http://www.fit-fuer-usability.de/ www.usabilitynet.org/tools/methods.htm http://www.onlinemarketing-praxis.de/ratgeber/whitepaper-web-usability-leitfaden-zur-nutzerfreundlichkeit