Usability-Test

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Ziele, Methoden und Anwendungsbereiche

Was muss ein Produkt an Eigenschaften mitbringen, damit es später verkaufbar ist und die Nutzer auch zufrieden sind? Es muss ein Problem lösen und es muss einfach und intuitiv zu bedienen sein. Diese "Be-Nutzbarkeit" (Usability) kann für viele Produktgruppen in Tests herausgefunden werden - und das sollte sie auch, um später am Markt auch bestehen zu können. Am bekanntesten sind Usability-Tests im Software-Bereich. Sie werden dann eingesetzt, wenn weitere Versionen programmiert wurden und diese zum Test anstehen. Befragt werden können dann sowohl Experten als auch potenzielle Kunden. Im Fokus der Befragung kann dann das Design, das Konzept, der Inhalt sowie der Benutzer-Komfort stehen.

Ziel ist es, die Entwicklungsphase zur Problemlösung zu nutzen

Das Ziel von Usability-Tests ist es, in einem Test unter vorher festgelegten Rahmenbedingungen die Eignung eines Produktes zu erschließen - und etwaige Schwierigkeiten im Praxistest herauszufinden. Wichtig ist dabei, den jeweiligen Wissensstand der Testperson im Vorfeld zu dokumentieren. Auch der Entwickler des Produkts muss sich nun überraschen lassen, ob seine "Erfindung" dem Praxistest standhält. Vor und nach den Praxistests können vertiefende Interviews geführt werden. Darin können die Tester auch um einen Produktvergleich gebeten werden.

Die Erfassung und Auswertung der Usability-Tests ist meist IT-basiert: So gibt es die Möglichkeit, Bild und Ton mitzuzeichnen, per Tracking-Software das Nutzerverhalten in puncto Mausklicks, Tastatureingaben etc. zu protokollieren. Doch auch Blicke lassen sich verfolgen.

Usability-Tests verringern das "böse Erwachen"

Doch zurück zum Ausgangspunkt: Warum werden Usability-Tests gemacht? Um die Benutzerfreundlichkeit eines bestehenden Produkts zu verbessern und damit beispielsweise vom Management gesetzte Ziele (Benchmarks) zu erreichen. Auch werden Usability-Test für Produktvergleiche herangezogen. Darüber hinaus werden sie auch bereits während der Entwicklung neuer Programme eingesetzt. Durch eine kontinuierliche Evaluation wird das "böse Erwachen" kurz vor Projektende vermieden.

Methodenvielfalt im Marketing-Bereich

Methoden gibt es insbesondere im Online-Marketing-Bereich zuhauf. So können im Rahmen eines Usability-Tests Aufgaben im Fokus stehen, die die Zielgruppe an die Software oder Webseite stellen würde. Diese werden dann nach Erfüllungsgrad bewertet. Auch die Befragung im alltäglichen Umfeld des Testers kann spannende Ergebnisse zutage fördern. Selbstverständlich können auch Labor-Tests durchgeführt werden, die allerdings den Nachteil haben, nicht "realitätsnah" zu sein. Sowohl im Labor als auch in alltäglicher Umgebung können Blickverläufe gemessen werden oder Web-Controlling-Tools die "Bewegung" im Netz mitzeichnen.

Auf der Suche nach Optimierungsvorschlägen bietet es sich auch an, eine sogenannte Fokusgruppe - die homogene Zielgruppe - moderiert diskutieren zu lassen. Weniger Gruppendynamik, dafür ebenfalls qualitativ relevant können Nutzertagebücher sein, die zeitnah erfasst werden. Darüber hinaus gibt es Befragungsmöglichkeiten wie die Onsite-Befragung oder Panel-Befragung.

Eine weitere Methode im Bereich der Usability-Tests ist die Analyse mittels Modellen (Personas), die die idealtypische Zielgruppe darstellen. Eine Ausbaustufe davon ist das Rapid Prototyping, bei dem die Tests nach weiterer Optimierung des Modells erneut durchgeführt werden. Auch synchrone und asynchrone Usability-Tests werden eingesetzt, um die testenden Nutzer beim Bedienen der Software zu verfolgen. Neben den Nutzern, die später zu potenziellen Kunden werden, ist es auch durchaus zielführend, Experten testen zu lassen. Zur Überprüfung oder Entwicklung einer bestehenden Informationsarchitektur wird in der Regel das Card-Sorting angewandt. Die umfangreichsten Analysemethoden sind multivariate Testvarianten.